Mobbing - die Opfer und ihre Leiden

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Wie fühlen sich Mobbingopfer?

Wer selber schon einmal gemobbt worden ist, der kennt es dieses Gefühl. Man beginnt an sich selber zu zweifeln und traut sich gar nichts mehr zu. Aus lauter Angst, Fehler zu machen, schleichen diese sich von selber ein. Steht der mobbende Vorgesetzte neben einem, dann passieren Dinge, die es unter anderen Vorzeichen gar nicht erst geben würde. Unsicherheiten treten auf, das Opfer fühlt sich klein und wertlos. Das äußert sich im Verhalten des Opfers und irgendwann auch in seinem Äußeren. Die Körpersprache drückt das mangelnde Selbstbewusstsein und genau das ruft den Mobber erst richtig auf den Plan. Mobbingopfer neigen zu Depressionen.

Sie benötigen ganz dringend die Hilfe von Fachleuten, sei es einer Mobbing-Beratungsstelle oder eines Psychologen. Häufig sind sehr langwierige Behandlungen erforderlich. Essstörungen bei Mobbingopfern sind keine Seltenheit. Bluthochdruck, Herzrasen und Schwindel können ebenso auftreten wie massive Schlafstörungen. Diese Symptome können bis zum Herzinfarkt und zum Schlaganfall führen. Man sollte beim Gespräch mit dem Hausarzt offen und ehrlich über die entsprechende Situation, egal ob es sich um Mobbing am Arbeitsplatz oder Mobbing im privaten Umfeld handelt, sprechen. Auch Erkrankungen wie Asthma oder Magengeschwüre können sich zeigen. Das alles sind ernst zu nehmende Erkrankungen, deren Anfangssymptome man keinesfalls übergehen sollte. Wer gemobbt wird sollte unbedingt den Arzt seines Vertrauens aufsuchen und eventuelle gesundheitliche Probleme offenbaren. Eine Behandlung der Erkrankungen in Verbindung mit einer Aufarbeitung der psychischen Probleme kann dann den Allgemeinzustand durchaus wieder verbessern. Falsche Scham ist hier fehl am Platze, dafür sind die Folgen einer andauernden Mobbingattacke viel zu weit reichend. Am besten ist eine ganzheitliche Behandlung der psychischen und der physischen Erkrankungen. Kehrt die Lebensfreude zurück, werden eines Tages auch das Herzrasen und die Schwindelattacken verschwinden. Plötzlich ist der Blutdruck wieder ganz normal. Wer am Arbeitsplatz gemobbt wird sollte also ernsthaft überlegen, ob er sich nicht nach einer neuen Arbeitsstelle umschauen sollte.

Mit neuen Kollegen und einem anderen Vorgesetzten lebt es sich gleich viel besser und entspannter und ist man der Mobbingsituation dann endlich entronnen, fallen auch die blutdrucksenkenden Medikamente weg. Antidepressiva werden nicht mehr benötigt und das Leben normalisiert sich wieder. Jeder Mensch braucht Anerkennung und Lebensfreude und wenn das genommen wird, dann sind schwerwiegende Erkrankungen - seelischer und körperlicher Art vorprogrammiert. Nicht selten führt gezieltes Mobbing auch zum Tod des Opfers sei es durch einen Herzinfarkt oder einen Suizid. Viele der Mobbingopfer verfallen der Alkoholsucht. Ein Teufelskreis ohne Ausweg, denn so ist es außerordentlich schwer, einen neuen Job zu bekommen. Die Spirale dreht sich immer weiter und ihr zu entrinnen ist ohne ärztliche Hilfe oder sonstige professionelle Hilfe nahezu unmöglich.


Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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