Jung und alt - gemeinsam gründen

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Der etwas andere Weg zu gründen

Eine selbstständige Tätigkeit muss nicht zwingend mit der Neugründung eines Unternehmens verbunden sein. Es könne auch sehr gut bereits bestehende Existenzen übernommen werden. Häufig gibt es sehr gut gehende Einzelhandelsgeschäfte, die inhabergeführt sind. Wenn dieser Unternehmer die Altersgrenze erreicht hat und in den wohl verdienten Ruhestand eintreten möchte macht es Sinn, dass er seinen Geschäft nicht schließen muss sondern weitergeben kann an einen Nachfolger. Der Vorteil so einer Geschäftsübernahme liegt ganz klar auf der Hand. Ein gut geführtes Einzelhandelsgeschäft hat einen bestehenden Kundenstamm, der sicher auch einem Nachfolger das Vertrauen schenken wird, wenn dieser es versteht, sich auf die Wünsche der Kunden einzustellen und den Stil seines Vorgängers in gewissem Maße beibehält. Das heißt nun nicht, dass es keiner Veränderungen geben darf, aber damit sollte man sehr vorsichtig umgehen und nicht radikal alles umkrempeln. Häufig fällt es dem übergebenden Geschäftsinhaber sehr schwer, sein Geschäft nicht mehr zu führen und komplett in den Ruhestand zu gehen. In so einem Fall kann man durchaus darüber nachdenken, ob man nicht zunächst für eine gewisse Zeit noch mit dem Erstbesitzer zusammenarbeitet. Dieser kann seine Erfahrungswerte mit einbringen und sicherlich mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Wenn also zwischen dem ehemaligen und dem neuen Geschäftsinhaber die Chemie stimmt, dann ist das eine empfehlenswerte Methode, sich selbstständig zu machen. Auch wenn man gerne komplett sein eigener Herr sein möchte, die Kunden freut es sicherlich, den ehemaligen Ladenbesitzer noch anzutreffen und sei es auch nur für ein paar nette Worte am Rande. Im Prinzip ist dann beiden geholfen, der "Neurentner" muss sich nicht plötzlich ganz in das Privatleben zurückziehen, hat noch eine Aufgabe und muss sein Lebenswerk nicht vom einen auf den anderen Tag aufgeben. Die Jungunternehmerin kann auf wertvolle Tipps und Ratschläge seines Vorgängers hoffen und so wird der Start in die Selbstständigkeit ungemein erleichtert.

Ein weiterer Vorteil ist ein kompetentes Mitarbeiterteam, das mit allen Gepflogenheiten des Geschäfts bestens vertraut ist. Wenn man es versteht, das Vertrauen der Mitarbeiter zu gewinnen, dann steht einer guten Zusammenarbeit nichts mehr im Wege. Sicherlich gehört ein wenig Fingerspitzengefühl dazu, denn anfangs kennen sich die Mitarbeiter besser aus als der neue Besitzer des Ladens, das kann schnell zu Kompetenzgerangel führen. Solche Probleme lassen sich aber lösen und wenn die ersten Schwierigkeiten überwunden sind ist es sehr wertvoll, wenn man Mitarbeiter hat, auf die man sich verlassen kann und die auch mit den Wünschen der Kunden bereits vertraut sind. Wer also plant, sich selbstständig zu machen, sollte sich in Ruhe auf dem Markt umschauen, ob sich irgendwo die Chance bietet, eine bereits bestehende Existenz zu übernehmen und weiterzuführen. Natürlich ist es wichtig, genau zu prüfen wie es um die geschäftliche Seite dieses Unternehmens bestellt ist und nicht etwa die Katze im Sack zu kaufen. Eine gute steuerrechtliche, anwaltliche und notarielle Beratung ist dabei zwingend erforderlich. Sind dann alle rechtlichen Probleme geklärt, lässt sich dieser Weg in die Selbstständigkeit sicher erfolgreich beschreiten.



Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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