Dreimonatsspritze

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Was ist die Dreimonatsspritze?

Die Dreimonatsspritze ist ein hormonelles Depotpräparat zur Empfängnisverhütung, das von Frauenarzt etwa alle drei Monate in den Oberarm- oder den Gesäßmuskel injiziert wird. So wird das Hormonpräparat über drei Monate vom Körper langsam aufgenommen und so ein kontinuierlicher Hormonspiegel aufrechterhalten.

Das Depotpräparat enthält das Hormon Gestagen, das auch in der Minipille enthalten ist und über eine Veränderung des Zervikalschleims das Eindringen von Spermien verhindern soll. Daneben hemmt das Hormon die Ausschüttung des so genannten Lutenisierenden Hormons (LH) und unterdrückt somit den Eisprung. Die Spritze wird im Normalfall innerhalb von fünf Tagen nach der Menstruation verabreicht.

Für wen ist die Anwendung von Dreimonatsspritzen sinnvoll?

Die Dreimonatsspritze wird vorwiegend Frauen empfohlen, die andere hormonelle Verhütungsmethoden nicht vertragen oder orale Kontrazeptiva, wie die Pille, nicht einnehmen können. Zudem kann die Dreimonatsspritze bei Frauen die unter Migräne oder starken und schmerzhaften Regelblutungen leiden, zu einer Besserung der Beschwerden führen.

Stillende Mütter sollten die Dreimonatsspritze hingegen nur nach Absprache mit ihrem Frauenarzt anwenden. Das gilt vor allem für die ersten sechs Wochen nach der Geburt.
Schwangere, sowie Frauen mit Bluthochdruck, Leberfunktionsstörungen, Fettstoffwechselstörungen, Venenentzündungen oder bösartigen Tumoren dürfen die Dreimonatsspritze nicht anwenden.

Nach der Anwendung der Dreimonatsspritze kann es bei einigen Frauen bis zu zwei Jahre dauern, bis wieder ein regelmäßiger Eisprung stattfindet. Für Frauen mit bestehendem Kinderwunsch ist eine Verhütung mit der Dreimonatsspritze deshalb zunächst nicht zu empfehlen.

Die Dreimonatsspritze hat den Vorteil eines sehr geringen Risikos für Anwendungsfehler. Zudem wird bei der Verabreichung der der Magen-Darm-Trakt umgangen, sodass die Wirkung dieses Verhütungsmittels durch Durchfallerkrankungen oder Erbrechen nicht beeinflusst wird.
Die Kosten für eine Dreimonatsspritze liegen bei etwa 30 Euro.


Wie sicher ist die Anwendung der Dreimonatsspritze?

Der so genannte Pearl Index gibt die Anzahl ungewollter Schwangerschaften an, die innerhalb eines Jahres bei 100 Frauen trotz der Anwendung einer bestimmten Verhütungsmethode auftreten. Für die Dreimonatsspritze beträgt der Pearl-Index 0,5, das heißt, von 1000 Frauen die über ein Jahr die Dreimonatsspritze anwenden, werden 5 Frauen trotzdem schwanger.
Die empfängnisverhütende Wirkung der Dreimonatsspritze hält etwa drei Monate an.

Die Auffrischinjektionen lassen sich jedoch auch problemlos vorverlegen, falls beispielsweise ein Urlaub geplant ist. Wer den Wirkungszeitraum von drei Monaten jedoch überschreitet, sollte zusätzliche Verhütungsmethoden, wie beispielsweise Kondome, anwenden. Zudem kann die Sicherheit durch die gleichzeitige Einnahme bestimmter Medikamente, wie Antiepileptika oder Antibiotika, beeinträchtigt werden. Dreimonatsspritzen bieten keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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