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Brustaufbau nach Brustkrebs - Ablauf


Wie funktioniert ein Brustaufbau?

Es existiert heute im Bereich der Brustchirurgie eine Vielzahl von Möglichkeiten, eine Brust wieder zu rekonstruieren. Man unterscheidet dabei zunächst die so genannte Sofortrekonstruktion von der Spätrekonstruktion.

Das Verfahren der Sofortrekonstruktion wird von Anfang an in den Therapieplan des Mammakarzinoms integriert und sofort nach Abschluss der Brustamputation im Verlauf des Eingriffs durchgeführt. Der Patientin kann so der Anblick der fehlenden Brust nach der Operation erspart werden. Eine Sofortrekonstruktion kann unabhängig von Stadium der Krebserkrankung geplant werden. Studien konnten zeigen, dass bei Patientinnen mit Sofortrekonstruktion ein unterschied hinsichtlich Überlebenszeit und Rückfallraten im Vergleich zu Patientinnen mit Spätrekonstruktion besteht.

Die Spätrekonstruktion wird in der Regel 3-6 Monate nach der Operation des Mammakarzinoms durchgeführt. Erst dann ist die Wundheilung vollständig abgeschlossen, sodass ein zweiter Eingriff vorgenommen werden kann. Wird gleich nach der Brustamputation eine Strahlentherapie begonnen, kann die Rekonstruktion der entfernten Brust erst 12 Monate nach der Beendigung der Bestrahlung erfolgen. Unterzieht sich die Patientin nach der Operation einer Chemotherapie, muss der Zeitpunkt der Brustrekonstruktion je nach dem Allgemeinbefinden der Patientin gewählt werden.

Bei beiden Rekonstruktionsverfahren können unterschiedliche Techniken zur Wiederherstellung der Brust zum Einsatz kommen. Entscheidend für die Wahl der Methode, sind die anatomischen Verhältnisse nach der Entfernung des Mammakarzinoms. Man unterscheidet dabei zwischen sechs verschiedenen Wiederaufbaumethoden der Brust:

  1. Die Implantation einer Prothese. Dies ist die einfachste Methode zur Brustrekonstruktion. Sie setzt jedoch voraus, dass noch ein ausreichendes Maß an Hautweichteilgewebe vorhanden. Bei der Implantation kann entweder eine Silikonprothese oder eine so genannte Expanderprothese (Dehnungsprothese) eingesetzt werden. Im Gegensatz zur Silikonprothese kann die Expanderprothese die nach der Operation verbliebene Haut zunächst aufdehnen, indem eine art Ballon eingesetzt wird, der in 1-2 wöchigen Abständen mit Kochsalz aufgefüllt wird. Der Schnitt wird in beiden Fällen entweder in die untere Brustfalte oder in die Achselhöhle gesetzt. Anschließend wird die Prothese zwischen der Hülle des Brustmuskels und der Brustdrüsengewebe eingesetzt. Unter Umständen muss nach der Oparation vorübergehend eine Sog-Drainage angelegt werden, damit das Wundsekret ablaufen kann. Ein Nachteil dieses Verfahrens ist, das sich das implantierte Gewebe von dem Gewebe der gesunden Brust auf der Gegenseite unterscheidet. Diese wird sich altersbedingt mit der Zeit absenken (Ptose), was zu einer optischen Differenz zwischen beiden Brüsten führt. Der altersbedingten Absenkung der Brust kann nur durch eine aufwändige Präparation des Gewebes etwas entgegengewirkt werden.

  2. Bei der Verwendung eines Hautlappens (Verschiebeplastik) wird zunächst fehlende haut nach der Brustamputation ersetzt. Dabei wird körpereigenes Gewebe der Patientin verwendet, was vom Körper meist besser angenommen wird. Bei der Verschiebeplastik kann entweder Haut von der Bauch- zur Brustregion verlagert (abdominale Verschiebelappenplastik), oder ein Hautlappen aus der Magen- und Brustkorbregion entnommen werden (Verschiebeschwenklappenplastik). Das verschobene Gewebe wird dann an das Gefäßsystem der Brustwand angeschlossen. In beiden Fällen kann im Anschluss ein Implantat eingesetzt werden.

  3. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von körpereigenem Gewebe aus einem Haut-Muskel-Lappen. Dazu muss der Arzt einen Muskellappen freilegen, der meist aus dem großen Rückenmuskel (M. latissimus dorsi) entnommen wird. Dieser wird dann unter der Achsel hindurchgeführt und im Frontbereich zur Brust geformt. Bei Bedarf kann unter Umständen zusätzlich eine Silikonprothese in die entstehende Muskeltasche eingebracht werden. Die Blutversorgung des Muskels ist in der Regel weiterhin gewährleistet, sodass er nicht neu in das Gefäßsystem der Brustwand angeschlossen werden muss. Ein Haut-Muskel-Lappen muss meist dann eingesetzt werden, wenn im Rahmen der Brustamputation die Weichteildecke geschädigt wurde.

  4. Zur Brustrekonstruktion mit körpereigenem Gewebe kann auch ein Areal aus Haut und Fettgewebe aus der vorderen Bauchwand sowie die dazugehörigen Gefäße verwendet werden (TRAM-Flap-Technik). Das Gewebe wird mit den zugehörigen Versorgungsleitungen unter der Haut durchzugen und unter der Brust eingesetzt. Die Methode hat ebenfalls den Vorteil, dass kein Fremdgewebe, wie Silikon verwendet wird und somit keine Abstoßungsreaktionen auftritt.

  5. Auch körpereigene Muskellappen aus der Nabelregion (PUP= Paraumbilikale Perforatorlappen) können zur Brustrekonstruktion genutzt werden. Dazu werden Muskellappen aus dem Unterbauch samt Muskelhaut zur Brustregion verlagert und mit dem Brustmuskel vereinigt (Turn-over-Flap). Auf diese Weise entsteht eine Muskeltasche, in die ein Implantat eingesetzt werden kann. Der Vorteil des PUP-Lappens ist eine relativ kleine Eröffnung der Bauchdecke und eine Schonung des großen Bauchmuskels.

  6. Nach der Herstellung einer endgültigen Brustform wird die Brustwarze rekonstruiert. Diese Rekonstruktion kann oftmals erst 2 bis 3 Monate nach der Wiederherstellung der Brust erfolgen, da erst dann alle Formveränderungen abgeschlossen sind. Die Möglichkeiten der Rekonstruktion des Warzenvorhofs sind entweder eine Tätowierung oder eine Hautverpflanzung aus Oberlid, Oberschenkel oder Schamlippe. Die Brustwarze selbst kann sowohl durch die Halbierung der gesunden Brustwarze auf der Gegenseite oder aus einem Ohrstück oder der Schamlippe rekonstruiert werden. Viele Chirurgen neigen heute auch dazu, die Brustwarze der kranken Brust zu erhalten. Sie wird vor der Entfernung des Tumors abgetrennt und zunächst in der Leistengegend eingepflanzt, bevor sie nach der Brustrekonstruktion wieder eingesetzt werden kann. Diese Methode kann jedoch nur angewandt werden, wenn sichergestellt wurde, dass die Brustwarze nicht von Krebszellen befallen ist.

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Letzte Aktualisierung am 06.08.2009.

Krebs Vorsorge / Nachsorge

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Frauenarzt für Brustaufbau nach Brustkrebs
Portrait Dr. med. Stephan Krehwinkel, Praxis für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Frauenarzt), Aachen, Frauenarzt Dr. med. S. Krehwinkel
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