Ein erster Hinweis auf das Vorliegen von Nabelschnurkomplikationen kann eine niedrige Herzfrequenz (Bradykardien) im Kardiotokogramm (CTG) sein. Das Kardiotokogramm wird während der Geburt zur Überwachung der kindlichen Herztöne und der Wehentätigkeit eingesetzt. Es gibt Informationen über die kindliche Sauerstoffversorgung. Je nach Sauerstoffangebot kann sich die Herzfrequenz des Kindes sehr schnell ändern. Solche Veränderungen können mithilfe des CTGs frühzeitig erkannt und auch rechtzeitig therapiert werden.
Normalerweise beträgt die kindliche Herzfrequenz 120 bis 160 Schläge pro Minute. Durch die kindlichen Bewegungen kann es zu einem flüchtigen Frequenzanstieg kommen. Zudem kommt es während einer Wehe zu einer kurzzeitigen Herzfrequenzabnahme.
Anzeichen einer kindlichen Gefährdung können durch folgende Veränderungen im CTG erkannt werden:
- Die Herzfrequenz des Kindes weicht um mehr als 10 Schläge pro Minute von der normalen zu erwartenden Frequenz ab
- Es kommt zu starken Herzfrequenzschwankungen des Kindes unabhängig von der Wehentätigkeit der Mutter
- Es kommt zu einer Verlangsamung des Herzschlages erst mit Verzögerung nach einer Wehe (Dezelerationen).
Wie können Nabelschnurkomplikationen behandelt werden?
Bei einem Nabelschnurvorliegen kann die Nabelschnur meist durch eine Seitenlagerung oder Beckenhochlagerung der Schwangeren zurückverlagert werden. Eine normale vaginale Entbindung ist somit meist problemlos möglich. Die Geburt wird unter kontinuierlicher Überwachung des Kindes eingeleitet. Sollten dennoch unter der Geburt Komplikationen auftreten, so steht ein OP-Team bereit, um einen Not-Kaiserschnitt vorzunehmen.
Bei einem Nabelschnurvorfall kann das Umlagern der Gebärenden ausreichen, damit die Nabelschnur wieder in eine normale Position rutscht. Gelingt dies nicht, werden zunächst Medikamente verabreicht, die die Wehen hemmen. So wird das Kind durch eine weitere Wehentätigkeit nicht mehr gegen die Nabelschnur gedrückt und die Blutversorgung nicht weiter einschränkt. Anschließend erfolgt eine rasche Kaiserschnittentbindung.
Im Falle einer sehr festen Nabelschnurumschlingung ist eine Lösung der Umschlingung durch die Finger des Geburtshelfers notwendig. Die Nabelschnur ist in der Regel sehr gut dehnbar, so dass im Falle einer Nabelschnurumschlingung meist keine Mangeldurchblutung des Kindes auftreten kann. Die Geburt kann daher meist auf natürlichem Wege erfolgen und muss nicht unbedingt durch einen Kaiserschnitt beendet werden.
In etwa 10 Prozent der Nabelschnurumschlingungen können dennoch Durchblutungsstörungen auftreten und zu einem Sauerstoffmangel des Kindes führen. Gelingt eine Lösung der Umschlingung durch den Geburtshelfer nicht, sollte ein Kaiserschnitt durchgeführt werden.
Letzte Aktualisierung am 10.08.2009.