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Wochenbettpsychose



Was ist eine Wochenbettpsychose?

Eine Wochenbettpsychose (postpartale Psychose, Gestationspsychose) ist eine eher selten auftretende psychische Erkrankung junger Mütter nach der Geburt. Sie betrifft etwa 1-2 von 1000 Frauen und entwickelt sich meist in den ersten beiden Wochen nach der Entbindung.

Von einer Wochenbettpsychose betroffene Frauen leiden unter schweren psychotischen Störungen und verlieren oft den Kontakt zur Wirklichkeit.

Die Patientinnen sind häufig bereits mit psychiatrischen Erkrankungen vorbelastet, besonders manisch-depressive Episoden sind nicht selten in der Vorgeschichte betroffener Mütter zu finden. Das Selbstmordrisiko und ein Schädigungsrisiko für das Kind sind sehr hoch.


Welche Ursachen kann es geben?

Warum genau postpartale Psychosen auftreten ist noch umstritten. Es wird vermutet, dass vor allem hormonelle Veränderungen, wie der Konzentrationsabfall von Östrogen und Progesteron im mütterlichen Blutkreislauf, als Auslöser der Depression in Frage kommen.

Daneben spielen wahrscheinlich auch soziale und psychische Faktoren, wie die Einstellung zum Kind und zum Partner, eine wichtige Rolle. Traten in der Vorgeschichte der Betroffenen bereits psychische Erkrankungen auf, ist die Gefahr eine postpartale Psychose zu erleiden stark erhöht.

Auch eine familiäre Belastung, ist ein Risikofaktor für eine Wochenbettpsychose. Haben nahe Verwandte bereits manisch-depressive oder psychotische Episoden durchgemacht besteht eine erhöhte Gefahr für eine junge Mutter, nach der Geburt eine Psychose zu entwickeln.

Des Weitren können eine Traumatisierung durch die Geburt oder einen Kaiserschnitt, sowie eine soziale Notlage oder Stress das Risiko für eine Wochenbettpsychose erhöhen.

Welche Symptome treten auf?

Mütter, die nach der Geburt an einer Wochenbettpsychose erkranken, leiden oft unter folgenden Krankheitssymptomen:

  • Extreme Reizbarkeit
  • Angstattacken und Panikstörungen
  • Appetitstörungen
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Halluzinationen

Daneben sind Wahnvorstellungen, depressive Phasen und motorische Unruhe häufig vorkommende Begleitsymptome. Auch schizophrene Episoden sind nicht selten, wobei häufig das Persönlichkeitsbild der Betroffenen gänzlich verändert erscheint.

Die Frauen verlieren oft den Bezug zur Wirklichkeit oder entwickeln eine verzerrte Wahrnehmung der Realität. Das Persönlichkeitsbild der Patientinnen ist oft vollständig verändert. Zudem sind die Betroffenen meist stark suizidgefährdet und haben zum Teil den Wunsch, dem eigenen Kind zu schaden.

Bei schweren Fällen der Wochenbettpsychose kann es im Extremfall sogar zu Kindstötungen kommen. Diese schwerwiegende Komplikation kommt bei bis zu 4 Prozent der Frauen mit einer Wochenbettpsychose vor.

 


Wochenbettpsychose - Diagnose bis Prognose »

Letzte Aktualisierung am 12.08.2009.

Geburt und Wochenbett

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