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Die richtige Intimreinigung: Weniger ist oft mehr

Übertriebene und falsche Wäsche kann die Scheidenschleimhaut zerstören

Dass wir Deutschen gründlich und gewissenhaft sind, ist ein Vorurteil, das wir uns gern gefallen lassen. Doch weniger ist oft mehr. Das gilt nicht zuletzt bei der Intimwäsche. Gynäkologen raten von übertriebener Wäsche unter Anwendung parfümierter Seifen oder Duschgels ab, warnen gar vor dieser Art der fehlgeleiteten Hygiene. Auch desinfizierende Scheidenspülungen und Deodorants für die Intimregion können bei häufiger Anwendung die Vaginaschleimhaut, den natürlichen Schutzschirm der Scheide, angreifen und zerstören. Dadurch haben Pilze und Bakterien leichtes Spiel, Infektionen und Entzündungen im Intimbereich sind nicht selten die Folge. Die Reinigung der intimen Zone sollte daher sanft und mit den richtigen Mitteln erfolgen, um die Schleimhaut zu schützen.

Weniger ist mehr. Das heißt aber nicht, dass der Schambereich nicht ein bis zwei Mal täglich gereinigt werden darf oder sollte. Frau sollte dies aber möglichst ohne aggressive Reinigungsmittel wie Seifen oder Duschgels tun. Die darin enthaltenen Duftstoffe führen dazu, dass die Schleimhaut gereizt reagiert und geschädigt wird. Auch feuchte Tücher aus der Drogerie sind nicht zu empfehlen, denn diese sind ebenso mit Konservierungsstoffen und Parfums versetzt und schaden gleichermaßen.

Eine bessere Art der Reinigung ist hingegen das Waschen mit lauwarmem Wasser und einer sanften Intimwaschlotion, die Milchsäure enthält. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass keine Duftstoffe und Konservierungsmittel enthalten sind und die Lotion bei einem pH-Wert von 4,0 leicht sauer angelegt ist. Dies entspricht dem natürlichen Säuregehalt der Scheidenflora und schont so auch die Schleimhaut vor Schädigungen. Die Bakterien der Milchsäure finden in der Vagina ihresgleichen und stärken so den körpereigenen Schutzschild, indem sie Keime bekämpfen. Übrigens: Einen Waschlappen sollten Frauen nicht zur Reinigung ihrer Intimzone benutzen, denn dieser kann mit Keimen belastet sein. Zumindest sollte bei jeder Waschung ein frischer Lappen verwendet werden.

Ist gerade eine Pilzinfektion abgeklungen, ist die schonende Intimreinigung noch wichtiger, da die ohnehin angegriffene Scheidenflora nicht noch weiter belastet werden darf. Die Schleimhaut muss viel mehr bei ihrer Regeneration unterstützt werden. Frauenärzte empfehlen auch hierfür Milchsäurebakterien. Entsprechende Präparate sind in der Apotheke erhältlich. Beispielsweise werden Tabletten mit Laktobazillen in die Vagina eingeführt. Wiederum hilft eine leicht saure, milchsäurehaltige Waschlotion beim Wiederaufbau der Scheidenschleimhaut. Dadurch haben es die Pilze schwerer, sich erneut in der Intimregion auszubreiten. Auch zur Vorbeugung ist die Wäsche mit einer solchen Lotion daher geeignet: Gerade wenn die körpereigene Abwehr bei Krankheit ohnehin geschwächt ist oder der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht kommt, können sich Erreger komfortabel im Intimbereich einnisten.

Besonders während der Pubertät, in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren sind Mädchen und Frauen daher anfällig für Scheideninfektionen. Eine regelmäßige, schonende Reinigung mit einer Lotion mit Milchsäure kann den natürlichen Schutzschirm der Scheide wirksam unterstützen und so helfen, die schädlichen Keime abzuwehren und gesund zu bleiben.


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Letzte Aktualisierung am 08.09.2010.

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