Besonders Infektionen, die für das ungeborene Kind lebensbedrohlich werden können, sind in Deutschland eher selten geworden. Dies liegt vor allem an der Einführung verschiedener Impfungen, sowie an zusätzlichen Untersuchungen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge. Um kein Risiko für eine vorgeburtliche Infektion des ungeborenen Kindes einzugehen, empfehlen viele Frauenärzte dennoch, etwa einen Monat vor der Geburt einen Scheidenabstrich durchführen zu lassen. So kann festgestellt werden, ob die Scheide mit B-Streptokokken besiedelt ist. Ist dies der Fall, bekommt die Mutter als Prophylaxe während der Geburt ein Antibiotikum verabreicht. Nur wenn medizinische Verdachtsmomente auf einen Streptokokkenbefall der Scheide bestehen, ist der Scheidenabstrich eine Kassenleistung. Sonst kostet er etwa 45 €.
Besonders wenn eine Schwangerschaft bereits im Voraus geplant wurde, kann anhand verschiedener Blutuntersuchungen bereits im Voraus festgestellt werden, ob die werdende Mutter mit bestimmten Erregern infiziert ist. Ist dies der Fall, kann die Infektion bereits vor Eintreten der Schwangerschaft behandelt werden und für das Kind besteht somit keine Gefahr mehr. Stellt der Arzt eine fehlende Immunität gegen Toxoplasmen bei der Patientin fest, sollte sie im Verlauf der Schwangerschaft in jedem Fall den Umgang mit Katzen und den Kontakt mit rohem Fleisch meiden, um eine Infektion zu verhindern. Auch einer Infektion mit Listerien kann so relativ gut vorgebeugt werden.
Es ist zudem sinnvoll, bei jeder Frau mit Kinderwunsch den Impfstatus gegen Röteln zu überprüfen. Ist dieser nicht ausreichend sollte die Patientin noch vor dem Eintritt einer Schwangerschaft gegen Röteln geimpft werden. In der Schwangerschaft darf eine Impfung hingegen keinesfalls vorgenommen werden, da durch die Verabreichung des Impfserums in seltenen Fällen so genannte Impfröteln auftreten können, die bei Schwangeren ähnlich schwere Komplikationen wie die echten Röteln auslösen.