Die Vielzahl der Formvarianten der weiblichen Brust erfordert ein auf jede Patientin individuell abgestimmtes Behandlungs- und Operationskonzept.
Soll eine Brustvergrößerung vorgenommen werden, muss individuell entschieden werden, welches Implantat eingesetzt und wo es implantiert werden soll. Für eine Brustvergrößerung (Mammaaugmentation) gibt es vier Standartschnittführungen:
Bei schlankeren Frauen sollte das Implantat unter dem Brustmuskel platziert werden, da dieser den Rand des Implantats besser kaschieren kann. Bei kräftigeren Frauen bietet sich hingegen eine Implantation über dem Brustmuskel an, da bei dieser Art der Einbringung postoperative Schmerzen meist geringer ausfallen. Die Implantatgröße sollte so gewählt werden, dass sich die Patientin damit identifizieren kann. 250 ml ist bei der Mammaaugmentation ein häufig implantiertes Volumen. In der Praxis können vor der Operation Probeimplantate verschiedener Größen unter den BH gelegt werden, damit die Patientin ein Gefühl für die Größe und das Gewicht des jeweiligen Implantats gewinnen kann. Zur Vergrößerung der weiblichen Brust werden in Europa am häufigsten Implantate aus Silikon verwendet. Diese enthalten ein Silikongel, das von einer acht-lagigen Hülle umgeben ist, und somit als sehr auslaufsicher gilt. Die Hersteller geben mittlerweile eine lebenslange Garantie auf ihre Produkte. Es gibt verschiedene Formen der Brustimplantate, die sowohl in Breite, Höhe und Tiefe individuell an die Statur und die anatomischen Gegebenheiten der Patientin angepasst werden können.
Mit der Diskussion um die Gesundheitsschäden durch Silikonimplantate in den letzten Jahren bieten immer mehr Herstellen Soja- oder Kochsalzimplantate zur Brustvergrößerung an. Implantate aus Kochsalz haben jedoch den Nachteil, dass sie zu Verformungen neigen und die Patientinnen über ein höheres Maß an Fremdkörpergefühl klagen, als es bei Silikonimplantaten der Fall ist. Die Brustvergrößerung wird in Vollnarkose durchgeführt und dauert ungefähr 60-90 Minuten. Im Anschluss ist eine stationäre Überwachung über Nacht empfehlenswert.
Wenn Frauen unter zu großen Brüsten leiden, kann eine Brustverkleinerung (Brustreduktion, Mammareduktionsplastik) durchgeführt werden. Dazu stehen verschiedene Operationstechniken zur Wahl:
Auch die Brustverkleinerung wird in Vollnarkose durchgeführt und dauert etwa zwei Stunden. Welche Schnittführung für die Mammareduktion gewählt wird hängt davon ab, wie viel Gewebe entfernt werden soll. Bei jedem Verfahren wird sowohl Brustdrüsengewebe, als auch Haut und Fett entfernt. Der Brustwarzenhof wird umschnitten und nach oben verlagert.
Im Falle einer Asymmetrie (Anisomastie), handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung der Brust. Leichte Brustasymmetrien sind als normal zu bewerten. In seltenen Fällen können die Brüste in ihrer Größe jedoch so unterschiedlich sein, dass die Patientin unter funktionellen Schwierigkeiten, etwa beim Stillen oder der Wahl des geeigneten BHs, leidet. In solchen Fällen kann entweder eine Brust verkleinert oder die andere vergrößert werden.