Die Durchführung einer Sterilisation ist für solche Frauen sinnvoll, die ihre Familienplanung bereits abgeschlossen, beziehungsweise keinen Kinderwunsch haben. Frauenärzte empfehlen jedoch kinderlosen Frauen, sich keinesfalls vor dem 35. Lebensjahr sterilisieren zu lassen. Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass viele früh sterilisierte Frauen diesen Schritt später bereuen und ihn wieder rückgängig machen wollten. Eine Sterilisation ist jedoch nur sehr schwer rückgängig zu machen. Eine Wiederherstellung der Fruchtbarkeit (Refertilisierung) ist nur durch die Durchführung langwieriger mikrochirurgischer Eingriffe möglich, und auch dann gelingt sie nur in seltenen Fällen.
Frauen, die die Durchführung einer Sterilisation planen, sollten sich deshalb zuvor ausreichend und gründlich von ihrem Frauenarzt beraten und aufklären lassen. Neben dem Verhütungsaspekt können jedoch auch medizinische Gründe die Durchführung einer Sterilisation erfordern. Dies ist dann der Fall, wenn eine Schwangerschaft die Frau in hohem Maße gefährden würde, wie beispielsweise nach schweren Operationen an der Gebärmutter, bei fortgeschrittenem Diabetes oder nach einer Wochenbettpsychose.
Die Durchführung einer Sterilisation ist in der Regel ein kleiner unkomplizierter Eingriff. Jedoch können auch hier, wie bei jeder anderen Operation, in seltenen Fällen Komplikationen vorkommen. Im Rahmen des operativen Eingriffs können beispielsweise die Bauchfellbänder (ligamentum latum) geschädigt werden. Diese verlaufen links und rechts von der Gebärmutter zur seitlichen Wand des kleinen Beckens und enthalten unter anderem Eileiter, Eierstock sowie die Blutversorgung. Werden beide Bauchfellbänder beschädigt, kann es zur Mangeldurchblutung der Eierstöcke kommen. Die Hormonproduktion in den Eierstöcken nimmt aufgrund der mangelnden Blutversorgung ab und die Wechseljahre können vorzeitig beginnen. Als weitere Komplikationen können außerdem Eileiterschwangerschaften (sehr selten), stärkere und unregelmäßigere Blutungen sowie Menstruationsbeschwerden auftreten.
Nach der Operation sollten sich die Frauen einige Tage lang schonen. Ein Verhütungsschutz besteht sofort nach dem Eingriff. Für den Hormonhaushalt der Frau hat die Sterilisation in der Regel keine Folgen. Es findet weiterhin regelmäßig ein Eisprung statt. Das Ei wird dann in den Eileitern vom Gewebe aufgenommen, da es aufgrund der Durchtrennung beziehungsweise dem Verschluss der Tuben nicht mehr zur Gebärmutter gelangen kann.
Die Sterilisation ist ein endgültiger Eingriff und schließt auch einen später aufkommenden Kinderwunsch in den meisten Fällen aus. Die genaue Sicherheit einer Verhütungsmethode wird anhand des so genannten Pearl-Index angegeben. Dabei wird anhand einer Versagerquote die Anzahl der ungewollten Schwangerschaften angegeben, wenn 100 Frauen eine bestimmte Verhütungsmethode über ein Jahr anwenden. Der Pearl-Index der Tubensterilisation liegt bei 0,1. Somit wird bei einem Pearl-Index von 0,1 in nur einem von 1000 Fällen eine Frau trotz bereits durchgeführter Sterilisation schwanger. Die Sterilisation ist daher als sehr sichere Methode der Empfängnisverhütung einzustufen.