Sterilitätsdiagnostik und -therapie

Lesezeit: 2 Min.

Welche Schritte werden bei der Diagnostik erarbeitet?

Als Sterilität bezeichnet man das Unvermögen, Nachwuchs zu zeugen. Sie greift daher stärker in die eigene Person ein als andere Funktions- und Gesundheitsstörungen. Bei Kinderwunsch kann daher eine weitere Diagnostik sehr sinnvoll sein. Die Ursache einer Sterilität liegt gleichermaßen bei der Frau wie beim Mann. In seltenen Fällen liegt bei beiden Partnern ein Problem vor.

Die Sterilitätsursachen können sehr vielfältig sein. Daher geht eine moderne Sterilitätsdiagnostik in der Abklärung der Ursachen stufenweise vor.

Die Frau hat bei einem regelmäßigen Zyklus einmal im Monat einen Eisprung. Dies kann zu Beginn Ihres Zyklus durch eine Hormonbestimmung im Blut bestimmt werden. Zudem muss die Patientin etwa zur Zyklusmitte noch einmal zu einer Ultraschalluntersuchung.
Im Ultraschallbild kann der Arzt sehen, ob sich an einem Ihrer Eierstöcke ein reifer Follikel (Eibläschen) befindet.

Tritt eine Schwangerschaft trotz Kinderwunsch nicht ein, so sollte man zunächst ein bis zwei Jahre warten, bevor man sich medizinisch beraten lässt. Den ersten Schritt wagen oft Frauen und vereinbaren einen Untersuchungstermin bei ihrem Gynäkologen.

In der Regel werden folgende diagnostische Schritte durchgeführt:

Beratung

Die Kinderwunschberatung ist immer Sache beider Partner, da in etwa 40 Prozent der Fälle das Fruchtbarkeitshindernis bei beiden Partnern liegt. In etwa 30 Prozent der Fälle liegt das Fruchtbarkeitsproblem beim Mann, in 25 Prozent bei der Frau und in etwa 5 Prozent der Fälle bleibt der Grund unklar.

Folgende Fragen sind für den Gynäkologen wichtig:

  • Wie alt waren Sie bei der ersten Regelblutung?
  • Ist der Zyklus regelmäßig und gab es jemals Probleme?
  • Gab es frühere Schwangerschaften und Entbindungen, Fehlgeburten, Abtreibungen oder andere Krankheiten?
Auch die geschlechtliche Entwicklung des Mannes ist für den Urologen/Andrologen von großer Bedeutung. Hier sind folgende Fragen wichtig:

  • Wann begann die Pubertät?
  • Hatten Sie als Kind eine Mumpsinfektion?
  • Wurden Sie früher wegen eines Hodenhochstands oder einer Hodenverdrehung therapiert?
Zudem werden beiden Partnern auch intime Fragen bezüglich Lebensweise und sexuelle Gewohnheiten gestellt.

Fruchtbarkeitsuntersuchungen

Bei der Frau werden folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • körperliche Untersuchung der äußeren Genitale
  • Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter, Eierstöcke oder Eileiter
  • Zyklusmonitoring
  • Überprüfung ob ein Eisprung stattfindet
  • Beurteilung der Gebärmutterform (Uterusform),der Eierstöcke und der Eileiter
  • Prüfung der Eileiterdurchgängigkeit (Chromopertubation)
  • Ausschluss einer Endometrioseerkrankung
  • Bestimmung der hormonellen Situation der Frau durch Blutuntersuchungen
  • Röntgenuntersuchung (Hysterosalpingographie bzw. Hysterosalpingo-Kontrastsonographie) mit einer kontrastgebenden Flüssigkeit, welches Eileiter und Gebärmutterhöhle sichtbar macht.
  • Bauchspiegelung (Laparoskopie)
  • Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie)
Bei Bedarf und Auffälligkeiten können weitere technische Untersuchungen durchgeführt werden.

Beim Mann werden folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Untersuchung der Geschlechtsorgane
  • Spermiogramm

Zusammengefasst in der Diagnostik werden vor allem folgende Punkte abgeklärt:

  • Gibt es einen regelmäßigen Eisprung?
  • Zyklusverhalten (erste Auskunft gibt ein Zykluskalender)
  • Durchgängigkeit der Eileiter
  • hormonelle Situation der Frau
  • Situation des Mannes: Spermien in Ordnung oder nicht?; Sind Menge und Zusammensetzung des Ejakulates normal?
Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
War dieser Artikel hilfreich?