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Mehrlingsschwangerschaft - Komplikationen



Können bei Mehrlingsschwangerschaften Komplikationen auftreten?

Mehrlingsschwangerschaften beanspruchen in der Regel ein wesentlich höheres Maß an geburtshilflicher Aufmerksamkeit als Schwangerschaften mit nur einem Kind. Dies liegt unter anderem daran, dass Mehrlinge eine sehr hohe Tendenz dazu haben, zu früh zur Welt zu kommen. Während Zwillinge im Durchschnitt in der 31. Schwangerschaftswoche geboren werden, also etwa sechs Wochen zu früh, werden Drillinge bereits in der 30., Vier- und Fünflinge durchschnittlich sogar schon in der 28. Schwangerschaftswoche entbunden. Zudem besteht bei Schwangerschaften mit mehreren Kindern auch die Gefahr von

  • Wachstumsverzögerungen
  • Fehlgeburten
  • Fehlbildungen der Kinder
  • einem intrauterinen Fruchttod eines oder mehrer Kinder
  • seltenen Durchblutungs- und Ernährungsstörungen (fetofetales Transfusionssyndrom, FFTS). Das Risiko hierfür ist bei Zwillingen mit einer gemeinsamen Plazenta erhöht. Beim FFTS entwickelt sich ein Ungeborenes auf Kosten der anderen Kinder. Die Schwächeren bleiben in ihrer Entwicklung zurück.

Generell ist es für eine gesunde Entwicklung der Mehrlinge von großer Bedeutung, wie sie in der Gebärmutter versorgt werden. Beispielsweise ist es bei zwei Kindern am günstigsten, wenn jedes in einer eigenen Fruchthöhle heranwächst und jedes eine eigene Plazenta hat. Die ungünstigsten Vorraussetzungen bestehen für die Ungeborenen dann, wenn die Kinder in einer gemeinsamen Fruchthöhle heranwachsen und sich zusätzlich eine Plazenta teilen müssen.

Je früher die Geburt stattfindet, desto geringer ist zudem auch das Geburtsgewicht der Kinder, was einen weiteren Risikofaktor für das Auftreten von Komplikationen darstellt. Während Drillinge bei der Geburt durchschnittlich etwa 1419 Gramm wiegen, beträgt das Geburtsgewicht von Vier- oder Fünflingen im Durchschnitt nur 1100 beziehungsweise 1080 Gramm. Diese Faktoren erhöhen das Risiko für schwerwiegende Erkrankungen des Neugeborenen. Dazu zählen vor allem

  • das akute Atemnotsyndrom aufgrund der unterentwickelten Lungen
  • intrazerebrale Blutungen (Hirnblutungen)
  • Augenerkrankungen (Frühgeborenenretinopathie)
  • Ein unvollständig ausgebildetes Kreislaufsystem, das noch nicht ausreichend auf das Leben außerhalb der Gebärmutter eingestellt ist (ein so genannter persistierender Ductus arteriosus)
  • Schädigungen der Lunge (Pneumothorax)
  • Schwerwiegende Darmerkrankungen (nekrotisierende Enterokolitis)
  • Ein Hydrozephalus (erweiterte Zysternen innerhalb des Gehirns)

Die Prognose bezüglich schwerwiegender Erkrankungen des Säuglings verschlechtert sich, wenn Geschwister des Kindes zuvor bereits postnatal erkrankt oder verstorben sind.


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Letzte Aktualisierung am 10.08.2009.

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