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Mehrlingsschwangerschaft - Ursache



Was ist die Ursache für Mehrlingsschwangerschaften?

Mehrlinge sind zwei oder mehr Kinder, die sich gleichzeitig innerhalb einer Gebärmutter entwickeln und kurz nacheinander zur Welt kommen. Lediglich 30 Prozent aller Zwillingspaare sind eineiig. Das bedeutet, dass die Kinder genetisch identisch sind und somit das gleiche Geschlecht sowie die gleiche Blutgruppe haben und sich auch äußerlich sehr ähnlich sehen. Während eineiige Zwillinge durch einen Zufall bei der Zellteilung entstehen, ist das Auftreten von zweieiigen Zwillingen oft erblich bedingt.

Eineiige Zwillinge können entstehen, wenn sich eine Eizelle nach der Befruchtung in zwei Zellkerne mit identischen Erbanlagen teilt. Erfolgt die Teilung innerhalb der ersten drei Tage, nisten sich zwei Keimblasen in der Gebärmutterschleimhaut ein. Die beiden Embryonen entwickeln sich nebeneinander, wobei jedes sich in seiner eigenen Fruchtblase befindet und über einen eigenen Mutterkuchen (Plazenta) mit der Mutter verbunden ist. Findet die Teilung der Eizelle hingegen erst nach dem vierten Tag statt, haben die Kinder zwar getrennte Fruchtblasen, werden jedoch beide über dieselbe Plazenta von der Mutter versorgt.

Eine Teilung nach dem achten Entwicklungstag hat zur Folge, dass sich beide Embryonen in derselben Fruchtblase entwickeln. Auch sie werden nur über eine einzige Plazenta von der Mutter versorgt. Wenn die Teilung erst nach dem 12. bis 14. Entwicklungstag erfolgt, entsteht eine besondere Form der eineiigen Zwillinge: die siamesischen Zwillinge. Hierbei handelt es sich um eine Fehlentwicklung, bei der die beiden Körper der ungeborenen Kinder in der Schwangerschaft und nach der Geburt miteinander verbunden bleiben. Eine Schwangerschaft mit siamesischen Zwillen tritt bei etwa einer von insgesamt 45.000 schwangeren Frauen auf.

Zweieiige Zwillinge entstehen hingegen aus zwei separaten Eizellen, die etwa zur gleichen Zeit heranreifen und befruchtet werden. Die Kinder können sich in gleichem Maße voneinander unterscheiden, wie jedes andere Geschwisterpaar. Sie haben somit auch nicht immer das gleiche Geschlecht. Da bei einer In-vitro-Fertilisation (künstliche Befruchtung) in die Gebärmutter einer Frau jeweils mehrere befruchtete Eizellen eingesetzt werden, ist die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Mehrlingen größer, als bei einer natürlichen Befruchtung. Die Kinder sind dabei stets zweieiig.

Mehrlingsschwangerschaften mit Drillingen, Vierlingen oder mehr Babys können aus verschiedenen Kombinationen eineiiger und zweieiiger Kinder bestehen. Die Häufigkeit von Mehrlingsschwangerschaften variiert zudem in Abhängigkeit von geographischen sowie genetischen Faktoren. Gerade in der heutigen Zeit nimmt die künstliche Befruchtung einen sehr hohen Stellenwert in der Entstehung von Mehrlingsschwangerschaften ein. Das deutsche IVF-Register gibt an, das das Auftreten von Mehrlingsschwangerschaften nach einer in-vitro-Fertilisation 300 Mal häufiger Auftritt als bei unbehandelten Schwangerschaften. Nach einem so genannten ICSI-Verfahren ist die Rate von Mehrlingsschwangerschaften sogar bis auf das 500fache erhöht.


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Letzte Aktualisierung am 10.08.2009.

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