Frauen die mit zwei oder mehr Kindern schwanger sind, erhalten eine besonders intensive medizinische Betreuung. So werden beispielsweise die Vorsorgeuntersuchungen in einem kürzeren Abstand durchgeführt, damit die Ärzte schneller eingreifen können, wenn es bei der Mutter oder den Ungeborenen zu Komplikationen kommen sollte.
Zeigt sich bei Kindern, die sich eine Plazenta teilen, dass sich eines erheblich schneller als seine Geschwister entwickelt, kann dieses Ungleichgewicht durch eine spezielle Behandlung ausgeglichen werden. Hierzu wird einem der Kinder im Mutterleib Blut entnommen während den anderen Kindern Blut zugeführt wird. Damit soll verhindert werden, dass die schwächeren Kinder zu stark in der Entwicklung zurück bleiben und Schaden nehmen. Zudem muss jedoch auch berücksichtigt werden, ob sich die Kinder im Mutterleib mit zunehmendem Schwangerschaftsalter eventuell aufgrund ihrer Größe gegenseitig einengen und somit gefährden.
Generell versuchen Ärzte, eine Mehrlingsschwangerschaft so lange wie möglich zu erhalten, damit die Kinder so weit wie möglich entwickelt sind, wenn sie geboren werden. Oft lässt sich eine Geburt zu einem früheren Zeitpunkt allerdings nicht vermeiden. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn frühzeitig Wehen eintreten oder eines der Kinder nicht ausreichend versorgt wird. Die Gabe von verschiedenen Medikamenten kann in solchen Fällen dabei helfen, die Lungen der Kinder schneller reifen zu lassen. So haben sie nach der Geburt weniger Probleme mit der Atmung und einer ausreichenden Sauerstoffversorgung.
Häufig werden die betroffenen Mütter deshalb schon wesentlich früher Stationär in einer Klinik aufgenommen, als bei einer unkomplizierten Schwangerschaft mit einem Kind. Zudem sollten Frauen, die mehr als nur ein Kind erwarten, schon zu Beginn der Schwangerschaft besonders auf sich achten. Durch das erhöhte Gewicht von Mehrlingen besteht sowohl für die Beine als auch für die Wirbelsäule, die Muskulatur und das Bindegewebe der Mutter eine erhöhte Belastung. Es treten vermehrt Schwangerschaftsbeschwerden auf wie
Einer starken besonderen körperlichen Belastung und den Schwangerschaftsbeschwerden kann oft erfolgreich mit Entspannungsübungen wie Yoga, Atemarbeit, Autogenem Training oder auch mit einer Akupunkturbehandlung entgegengewirkt werden. Besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel ist es wichtig, sich körperlich zu schonen, um keine vorzeitigen Wehen auszulösen.
Auch möglichen Hautproblemen, vor allem Schwangerschaftsstreifen, sollte vorgebeugt werden, da sich die Haut besonders bei Mehrlingsschwangerschaften stark dehnen und somit Risse bilden kann. Daher empfiehlt es sich, rechtzeitig besonders beanspruchte Körperstellen wie Hüfte, Brüste und Bauch mit Ölen zu massieren, die das Bindegewebe elastischer machen. Mehr noch als bei einfachen Geburten sollten Schwangere mit Mehrlingen auf eine ausgewogene Ernährung achten und zusätzlich Eisen, Jod und Kalziumpräparate einnehmen. Es ist ebenfalls wichtig, ausreichende Mengen an Flüssigkeit zu trinken.
Falls es im Verlauf der Schwangerschaft zu Komplikationen oder Risiken für die Ungeborenen kommen sollte, raten Ärzte etwa ab der 32. Schwangerschaftswoche zu einer Einleitung der Geburt oder zu einem Kaiserschnitt. Generell werden Drillinge, Vierlinge und weitere Mehrlinge in Deutschland immer per Kaiserschnitt geboren. Zwillinge können hingegen bei guter Entwicklung ab der 33. Schwangerschaftswoche oft auch problemlos vaginal entbunden werden. Da es jedoch sein kann, dass sich lediglich der erste Zwilling in einer günstigen Kopflage und sich der zweite in einer Beckenendlage befindet, raten Ärzte zu einer ausreichenden Schmerzbehandlung während der Geburt. So kann auch das zweite Kind ohne Schmerzen für die Mutter in eine günstige Geburtsposition gebracht werden. Falls dies nicht möglich ist, kann nach der vaginalen Geburt des ersten Zwillings für das zweite Kind ein Kaiserschnitt erforderlich werden.
Zwischen den Geburten der Geschwister können jeweils 20 bis 30 Minuten vergehen. Eine Geburt von Mehrlingen wird in den meisten Fällen mittels Kardiotokographie (CTG) überwacht. So können sowohl die Herztöne der ungeborenen Kinder sowie die Wehen der Mutter gemessen werden. Nach einer Mehrlingsgeburt kann es durch die besondere Beanspruchung der Gebärmutter länger als bei einer einfachen Geburt dauern, bis sie sich wieder zurückbildet. Daher werden Mütter nach Mehrlingsgeburten medikamentös gegen einen zu hohen Blutverlust behandelt.