Bei der Geburt eines Kindes sind Schmerzen zunächst eine normale Reaktion des Körpers.
Experten sprechen den Schmerzen im Entbindungsprozess eine wichtige Rolle zu, da sie die Gebärende zwingen, ihre psychischen Kräfte und alle Aufmerksamkeit auf das Geburtsereignis zu konzentrieren. Im Gehirn werden dabei Endorphine produziert, die das Schmerz-Zentrum zugleich dämpfen.
Des Weiteren bewirken Endorphine die Entwicklung von Glücksgefühlen und Euphorie, was dazu beitragen kann, dass die Frau sich zwischen den Wehen entspannt. Wenn diese natürliche Kompensation des Schmerzes aber nicht ausreicht, ist eine Intervention des Arztes gefragt. Für eine Reihe schwangerer Frauen ist zudem auch das Wissen darüber, das eine Schmerzbekämpfung möglich ist sehr beruhigend und nimmt vielen die Angst vor der bevorstehenden Geburt.
Man muss außerdem bedenken, dass das Schmerzlevel, das als unerträglich empfunden wird, von Frau zu Frau verschieden und ist unter anderem von der individuellen Anatomie abhängt. Dabei spielt vor allem die Größe des kindlichen Kopfes im Vergleich zum mütterlichen Becken eine wichtige Rolle. Außerdem muss berücksichtigt werden, wie erschöpft die Gebärende aufgrund der Anstrengung bei der Geburt ist. Aber auch die Schmerzempfindlichkeit der Beckenregion schwankt stark von Frau zu Frau.
Der Geburtsschmerz setzt sich dabei zusammen aus dem :
- Eigentlichen Wehenschmerz
- Schmerz durch die Weitung des Muttermunds
- Schmerz durch die enorme Dehnung des ganzen Beckenbodens und der Scheide.
Vor allem Frauen, die ihr erstes Kind zur Welt bringen (Erstgebärende) können deshalb kaum abschätzen, wie schmerzhaft die Geburt werden wird. Eine Entscheidung für oder gegen eine Schmerzbehandlung kann deshalb im gesamten Verlauf der Entbindung noch geändert werden.
Letzte Aktualisierung am 10.08.2009.