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Stillprobleme



Welche Probleme können beim Stillen auftreten?

Viele junge Mütter klagen vor allem in der ersten Zeit der Stillperiode über Probleme beim Stillen ihres Kindes. ES gibt hingegen nur sehr wenige Frauen, die nicht stillen können. Nur bei etwa zwei Prozent aller jungen Mütter klappt das Stillen überhaupt nicht.

Häufige Stillprobleme werden im Folgenden zusammenfassend aufgeführt:

  • Schmerzen beim Stillen- In den ersten Tagen und Wochen kann Stillen auch bei korrekter Stilltechnik schmerzhaft sein, weil die Brustwarzen in dieser Zeit besonders empfindlich sind. Diese Schmerzen sind beim Anlegen am unangenehmsten und lassen im Laufe der Stillmahlzeit nach.

    Manche Frauen können den Milchspendereflex, bei dem feine Muskelkontraktionen die Milch in Richtung Brustwarze treiben, spüren und empfinden ihn als unangenehm oder als leicht schmerzhaft. Auch im Bauch können in den ersten Tagen nach der Geburt durch Kontraktionen der Gebärmutter Schmerzen auftreten. Nachdem die Gebärmutter zurückgebildet ist, hören diese Schmerzen im Normalfall rasch wieder auf.

  • Ein Ablehnen der Brust durch das Kind beim ersten Anlegen.

  • Wunde Brustwarzen- Diese sind für die Mutter oft sehr schmerzhaft und stellen einen sehr häufigen Grund für vorzeitiges Abstillen des Kindes dar.

  • Spannende Brüste infolge des initialen Milcheinschusses (Brustdrüsenschewllung)- Der Beginn der Milchbildung (Milcheinschuss) findet meist am dritten (beziehungsweise am zweiten bis zehnten Tag) nach der Geburt statt. Der Milcheinschuss kann mild und allmählich oder aber sehr unangenehm verlaufen. Im letzteren Fall schwillt die Brust an und spannt, und die Venenzeichnung der Brust ist sehr ausgeprägt. Manche Frauen entwickeln dabei auch eine Fieberzacke.

  • Abweichende Formen der Brustwarze- Wie auch jeder Mensch anders gebaut ist, kommen auch verschiedene natürliche Brustwarzenformen vor. Etwa jede dritte Frau hat eine so genannte Flach- oder Schlupfwarze, bei der die Brustwarze flach oder eingestülpt ist.

    Nur ein Prozent aller Frauen hat eine Hohlwarze, bei der eine eigentliche Brustwarze fehlt. Der Warzenvorhof hat eine zentrale Vertiefung mit einem kleinen Randwall. Bei dem Druck zwischen Daumen und Zeigefinger zieht sich die Brustwarze noch mehr nach innen. Eine Hohlwarze geht mit einer geringeren Anzahl von Milchgängen einher, die zu kurz sind und die Brustwarze ins umgebende Gewebe nach innen ziehen.

  • Blutungen aus der Brust- Bei blutigen Sekretionen aus der Brust verfärbt sich die Milch rot, rosa oder braun.

  • Soor-Infektion- Soor ist eine Infektion mit gewissen Hefepilzen (Candida). Die Symptome können von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein, daher ist eine eindeutige Diagnose auch für Ärzte nicht immer einfach. Meist haben die betroffenen Frauen brennende und stechende Schmerzen während oder nach dem Stillen. Zudem kann die Brustwarze Jucken, perlmuttartig glänzen und weißliche Beläge entwickeln.

  • Weiße Bläschen auf der Brust- Diese werden von der Mutter häufig als störend empfunden, bereiten jedoch in der Regel keine Beschwerden.

  • Zu viel Milch- Dies kommt zu Beginn der Stillperiode bei sehr vielen Müttern vor. Die Frauen leiden häufig unter spannenden Brüsten, die sich unbehandelt zu einem Milchstau oder gar einer Brustentzündung (Mastitis puerperalis) entwickeln können.

  • Zu wenig Milch- unerfahrene Mütter beklagen sich häufig darüber, dass ihre Milch nicht ausreiche. Dieses Problem ist der häufigste Grund zum Zufüttern und zum vorzeitigen Abstillen. Dabei kann fast jede Mutter genügend Milch produzieren, auch für Zwillinge. So versorgten Ammen im Mittelalter bis zu sechs Babys mit ihrer Milch. Ob die Milch ausreicht, kann man anhand der nassen Windeln und Stuhlwindeln feststellen Noch genauer ist das Testwiegen des Kindes in regelmäßigen Abständen. In der Regel reicht das Wiegen durch die Nachsorgehebamme und den Kinderarzt bei den Vorsorgeuntersuchungen aus.

    Bei Verdacht können Babywaagen in spezialisierten Apotheken und Sanitätshäusern ausgeliehen werden. Wenn Verdacht auf ungenügende Milchproduktion besteht, weil das Kind zu wenige nasse Windeln hat, permanent unzufrieden ist oder wenig zunimmt, sollte man unbedingt den Kinderarzt sowie eine kompetente Hebamme oder Stillberaterin konsultieren.

  • Milchstau- Dieser macht sich durch eine harte, schmerzhafte Brust bemerkbar.

  • Brustentzündung (Mastitis puerperalis)- dabei gelangen meist Bakterien in das Milchgangsystem der Brust, die eine schmerzhafte Entzündung verursachen.

  • Beißen durch das zahnende Kind- entgegen aller Vorurteile tut es in der Regel nicht weh ein zahnendes Kind zu stillen. Das Erscheinen der Vorderzähne kann jedoch unangenehm sein. In einigen Fällen beißt das Kind der Mutter aufgrund einer schmerzenden Zahnleiste in die Brust. Während des Stillens kann das Kind jedoch kaum beißen, da die Zunge dabei die unteren Zähne bedeckt.

  • Schlafmangel- Dies ist zwar kein Stillproblem im eigentlichen Sinne, viele Mütter klagen jedoch durch das mehrmalige nächtliche Aufstehen nach einiger Zeit über Erschöpfungszustände.

Stillprobleme - Ursachen »

Letzte Aktualisierung am 05.08.2009.

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