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Schulterdystokie - Therapie und Prognose



Welche Therapie Möglichkeiten gibt es?

Zur Vorbeugung einer Schulterdystokie wird das Vornehmen eines Dammschnittes in Fachkreisen kontrovers diskutiert, da ein Dammschnitt zunächst nur den Scheidenausgang und nicht den Beckeneingang erweitert. Der Verzicht auf einen Dammschnitt ist im Falle eines Rechtsstreits jedoch ein Kunstfehler.

Als weitere Maßnahmen zur Lösung der Schulter aus dem mütterlichen Becken sind bekannt:

  • Veränderung der Lage der Mutter, beispielsweise von einer sitzenden Position in Seitenlage
  • Der suprapubische, Druck nach Rubin, einem „Rütteln" über der Symphyse durch den Geburtshelfer
  • eine äußere Überdrehung des kindlichen Kopfes
  • Die Gabe wehen-hemmender Medikamente
  • Das McRoberts-Manöver, bei dem beide Beine der Mutter ausgestreckt und in dieser Streckung bauchwärts geführt werden. Dadurch kommt es zu einer leichten Anhebung der Symphysenachse . Das Roberts-Manöver wird in der Regel im Falle eines hohen Schultergradstandes angewandt.
  • Das Gaskin-Manöver, bei dem die Mutter zunächst in den Vierfüßler-Stand geht und der hintere Arm des Kindes manuell gelöst wird.
  • Die Woods-Methode, bei der der hintere Arm des Kindes manuell gelöst wird. Bei dieser Methode ist die Gefahr, das Kind zu verletzen jedoch sehr groß. Es kann dabei zur Frakturen des Schlüsselbeins (Klavikulafraktur) und des Oberarmes (Humerusfraktur) kommen.

Zusätzlich existieren bei der Schulterdystokie invasivere Rettungsmanöver, die heute jedoch kaum noch zum Einsatz kommen.

Dazu zählen:

  • Das Zavanelli-Manöver: Ein Zurückdrücken des kindlichen Kopfes in den Geburtskanal und die anschließende Durchführung eines Kaiserschnittes. Dieses Manöver wird nur angewendet, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, da es mit einem hohen Risiko sowohl für die Mutter als auch für das Kind verbunden ist.
  • Die Symphysiotomie: Durch eine Trennung des Bindegewebes zwischen den beiden Schambeinästen wird der Geburtskanal vergrößert.
  • Um einer Schulterdystokie im Vorfeld vorzubeugen, sollten Risikofaktoren bei einer ausführlichen Befragung der Schwangeren sowie den Vorsorgeuntersuchungen rechtzeitig erkannt werden.

Prognose

Bei einer Schulterdystokie ist vor allem das Risiko für Frakturen von Oberarm und Schlüsselbein sowie für Armplexuslähmungen erhöht. Die Sterblichkeitsrate liegt zwischen zwei und 16 Prozent, wobei dafür vor allem Nabelschnurquetschungen, Kompressionen des Thorax sowie traumatische Schädigungen des Gehirns verantwortlich sind.

 


« Schulterdystokie

Letzte Aktualisierung am 10.08.2009.

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