Frau: Hormontherapie

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Was bedeutet eine Hormontherapie?

Hormone sind wichtige Botenstoffe der Fruchtbarkeit. Geschlechtshormone haben folgende Funktionen:

  • Sie lassen Eibläschen reifen.
  • Sie lassen die Gebärmutterschleimhaut wachsen.
  • Sie lösen den Eisprung aus.
  • Sie führen dazu, dass sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet.

Einer der wichtigsten Gründe der Sterilität von Frauen sind Störungen im Hormonhaushalt.

Hormontherapie in der Kinderwunschbehandlung

Grundsätzlich kann jede Kinderwunschbehandlung ohne die Gabe von Hormonen durchgeführt werden. Durch die Hormontherapie ist allerdings die Chance auf den Erfolg einer Therapie deutlich erhöht, wenn mehr als eine Eizelle in dem Behandlungszyklus entsteht.

Die Medikamente helfen, den Zyklus zu normalisieren und die Chance für eine Schwangerschaft zu erhöhen. Sie sollen zudem die Eierstöcke anregen, sodass Eizellen reifen. Man bezeichnet diese Behandlung auch als ovarielle oder hormonelle Stimulation.


Wann ist eine Hormontherapie bei Frauen sinnvoll?

Eine Hormontherapie ist sinnvoll bei:

  • Gelbkörperschwäche
  • unregelmäßigem Zyklus
  • Fehlfunktion der Schilddrüse
  • fehlendem Eisprung
  • Frauen mit einem polyzystischen Ovarsyndrom (PCO)
  • Überangebot an männlichen Hormonen

Ist trotz normaler Hormonwerte die Funktion der Eierstöcke eingeschränkt, so kann der natürliche Zyklus durch Medikamentengabe stimuliert werden. Ziel der Hormontherapie ist eine Stimulation der Eizellreifung bzw. des Eisprungs. Der optimale Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr (möglichst nahe am Eisprung) kann durch eine begleitende Ultraschallüberwachung ermittelt werden.

Wichtige Hormone zur Behandlung von Unfruchtbarkeit:


Clomifen

  • Wirkung: Stimulation der Eizellreifung
  • Häufige Nebenwirkungen: Schwindel, Schweißausbrüche, Hitzewallungen, Sehstörungen, Risiko von Mehrlingsschwangerschaften

FSH (Follikelstimulierendes Hormon)

  • Wirkung: Stimulation der Eizellreifung
  • Häufige Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Unterleibschmerzen, Unterleibskrämpfe, Völlegefühl, Überstimulationssyndrom, Risiko von Mehrlingsschwangerschaften

HMG (Humanes Menopausengonadotropin)

  • Wirkung: Stimulation der Eizellreifung
  • Häufige Nebenwirkungen: Überstimulationssyndrom, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Überempfindlichkeitsreaktionen, Risiko von Mehrlingsschwangerschaften

GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon)- Antagonisten

  • Wirkung: Verhindert einen frühen Anstieg von LH (Luteinisierendes Hormon) und damit einen frühen Eisprung.
  • Häufige Nebenwirkungen: Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit

GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon)-Agonisten

  • Wirkung: Verhindert einen zu frühen Eisprung
  • Häufige Nebenwirkungen: Nervosität, Hitzewallungen, trockene Schleimhäute, Libidoverlust, Leistungsabfall

Humanes Chorion Gonadotropin (HCG)

  • Wirkung: Wichtigstes Hormon in der Schwangerschaft um den Eisprung auszulösen
  • Häufige Nebenwirkungen: Überstimulationssyndrom, allergische Reaktionen

Progesteron

  • Wirkung: Bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle vor.
  • Häufige Nebenwirkungen: Gewichtszunahme, depressive Verstimmung, Libidoverlust, Akne

Durch die hohen Hormondosen können zudem zu viele Eizellen auf einmal reifen, so dass es zu Mehrlingsschwangerschaften kommen kann. Eine Mehrlingsschwangerschaft ist nicht nur eine psychische und finanzielle Belastung für die Eltern, sondern kann auch die Gesundheit von Mutter und Kind erheblich beeinträchtigen.

Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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