Es wird vermutet, dass das Schwangerschaftshormon hCG als Ursache für das Schwangerschaftserbrechen eine Rolle spielt. Die Produktion von hCG beginnt etwa 24 Stunden nach der Befruchtung der Eizelle. In den ersten Wochen der Schwangerschaft steigt die hCG-Konzentration im Blut dann immer weiter an und erreicht ihr Maximum etwa zwischen der achten und zwölften Schwangerschaftswoche. Danach sinkt die Konzentration des Hormons wieder ab, da der Mutterkuchen die schwangerschafts- erhaltenden Hormone nun selbst produzieren kann. Als Folge bessert sich in den meisten Fällen eine mit der Schwangerschaft verbundene Übelkeit.
Wissenschaftler der Cornell-Universität in New York haben zudem festgestellt, dass die Übelkeit in der Schwangerschaft auch einen Sinn zu haben scheint. In einer großen Studie wurde der Verlauf von 80.000 Schwangerschaften ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass die Schwangeren vor allem Aversionen gegen Stoffe entwickelten, die der Gesundheit des Ungeborenen schaden. Dabei scheinen vor allem Alkohol, Nikotin und Kaffee einen großen Einfluss auf die Entstehung des Schwangerschaftserbrechens zu haben. Auch Fleisch, Eier, Geflügel und Fisch lehnen viele Schwangere ab. Diese Nahrungsmittel können Bakterien enthalten, die das Immunsystem des ungeborenen Kindes noch nicht ausreichend bekämpfen kann.
Daneben können auch psychische Faktoren in der Entstehung von Schwangerschaftserbrechen eine Rolle spielen. So kann beispielsweise die Angst vor Überforderung durch die neue Situation, beruflicher Stress, Ablehnung des Kindvaters oder des familiären Umfelds, aber auch die Ablehnung des Kindes durch die Mutter das Auftreten von morgendlicher Übelkeit begünstigen.
Für schwere Fälle des Schwangerschaftserbrechens, die Hyperemesis gravidarum, scheint nach neusten Erkenntnissen zudem das Bakterium Helicobacter pylori mitverantwortlich zu sein. Dieser Magenkeim kommt bei etwa 40 Prozent der Bevölkerung im Magen-Darm-Trakt vor und verursacht nicht immer Beschwerden. Zwar leiden Frauen, die mit Helicobacter pylori infiziert sind, häufiger unter Übelkeit und Erbrechen als andere Schwangere, trotzdem scheint der Magenkeim nicht der alleinige Grund der starken Beschwerden zu sein.