Konsumiert eine werdende Mutter nun Zigaretten, nimmt sie bei jedem Zug all die oben genannten Giftstoffe in die Lunge auf. Dies hat unter anderem zur Folge, dass sich die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt, oder Frühgeburt erhöht. Untersuchungen haben außerdem ergeben, dass die Babys von Raucherinnen im Durchschnitt ungefähr 300 Gramm weniger wiegen, als Kinder von Nichtraucherinnen, wenn sie zur Welt kommen. Man spricht auch von einer "Mangelgeburt".
Dies kann man sich folgendermaßen erklären:
Der Inhaltsstoff Nikotin hat die Eigenschaft die Blutgefäße eng zu stellen. Das Blut aber ist dafür zuständig neben dem Sauerstoff auch alle wichtigen Nährstoffe zu dem Kind zu transportieren. Wenn die Blutgefäße verengt werden, gelangt weniger Blut zum Kind und damit wird auch seine Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen vermindert. Aber was hat das zur Folge? Bei regelmäßigem Zigarettenkonsum von Seiten der Mutter besteht vor allem die Gefahr, dass zu wenig Nährstoffe zu dem Kind gelangen. Dies bedingt zunächst ein vermindertes Wachstum.
Wird die Durchblutung durch exzessiven Zigarettenkonsum sehr stark verringert, kann es passieren, dass sich die Plazenta (= Mutterkuchen) löst, was eine Fehlgeburt bedeutet. Ungefähr vierzehn Prozent der Fehlgeburten kommen wahrscheinlich dadurch, dass in der Schwangerschaft geraucht wurde.
Vor der Schwangerschaft:
Wie oben Besprochen führt Rauchen zu einer Engstellung der Gefäße und so zu einer gedrosselten Durchblutung. Dies geschieht natürlich auch in den Gonaden (=Keimdrüsen), also in den Hoden des Mannes und in den Eierstöcken der Frau. Wie Untersuchungen gezeigt haben, werden Frauen, die Zigaretten konsumieren, sehr viel seltener schwanger, als Frauen, die Nichtraucherinnen sind. Bei Männern werden durch das Rauchen einerseits die Samenzellen geschädigt, andererseits werden auch weniger produziert, als bei Nichtrauchern. Dies kann in einer Unfruchtbarkeit gipfeln, aber unter Umständen auch Fehlbildungen am Kind hervorrufen.
Nach der Schwangerschaft:
Auch nach der Schwangerschaft hat das Rauchen negative Auswirkungen auf die Gesundheit eines Kindes. Giftige Stoffe in Zigaretten, wie zum Beispiel das Nikotin, können in die Muttermilch übertreten. Das hat aber zur Folge, dass diese Substanzen beim Stillen auch in den Körper der Babys gelangen. Außerdem wirkt sich der Zigarettenkonsum negativ auf die Milchbildung aus, so dass die Stillzeit häufig insgesamt verringert ist.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Säugling ein plötzlicher Kindstod (SIDS) ereilt, ist bei Kindern, die oft Tabakrauch aus ihrer Umgebung einatmen müssen, ungefähr 2,5 mal höher, als bei Kindern, bei denen dies nicht der Fall ist . Man geht davon aus, dass 50 % der Fälle des plötzlichen Herztodes nicht eingetreten wären, hätten die Kinder nicht ständig den Zigarettenrauch aus ihrer Umgebung inhalieren müssen. So sollten nicht nur die Mutter, sondern alle Personen mit Kontakt zum Kind darauf achten, eine möglichst rauchfreie Umgebung zu schaffen. Neuere Schätzungen weisen aber darauf hin, dass ungefähr 50% der Kinder unter 6 Jahren, 66 % der Kinder von 6 bis 13 Jahren und 2 Millionen Jugendliche von 14 bis 17 Jahren in einem Raucherhaushalt groß werden.
Kinder, die in Haushalten aufwachsen, in denen viel geraucht wird, sind weniger widerstandskräftig gegen Krankheiten der Lunge und Atemwege als Kinder, die in Nichtraucherhaushalten groß werden. Dies gilt insbesondere für folgende Erkrankungen:
Die Kinder haben außerdem häufig eine erniedrigte Lungenfunktion. Zudem ist das Risiko von Allergien, chronischen Mittelohrentzündungen und Reizzuständen von Augen, Nase und Hals erhöht.