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Wiederholte Fehlgeburt - Diagnose und Therapie



Welche Symptome können auftreten?

Die typischen Symptome einer Fehlgeburt sind vaginale Blutungen sowie das vorzeitige Einsetzen von Wehen. Die Diagnose erfolgt mittels einer Ultraschalluntersuchung, wobei das weitere Vorgehen davon abhängt, ob der Fötus noch am Leben ist.


Wie sieht eine Diagnose aus?

Da wiederholte Fehlgeburten durch viele mögliche Auslöser bedingt sein können, ist zunächst eine ausführliche Befragung beider Elternteile notwendig, um Verdachtsdiagnosen formulieren zu können. Zudem werden nach einer zweiten Fehlgeburt ambulant verschiedene Untersuchungen durchgeführt:

  • Eine Ultraschalluntersuchung der weiblichen Geschlechtsorgane um Fehlbildungen, Entzündungen oder Tumoren im Bereich der Gebärmutter als Ursache auszuschließen. Dazu gehören sowohl ein Vaginalultraschall (Ultraschall der Scheide), als auch eine Ultraschalluntersuchung über die Bauchdecke (transabdominal). Zudem können zusätzlich eine Gebärmutterspiegelung und Hysterosalpingografie (innere Darstellung von Gebärmutter und Eileitern) bei Verdacht auf organische Veränderungen in der Gebärmutter durchgeführt werden.
  • Eine Chromosomenanalyse von Mann und Frau zur Aufdeckung genetischer Veränderungen. Auch eine Chromosomenanalyse des Embryos kann unter Umständen bei der Ursachenbestimmung einer Fehlgeburt helfen.
  • Ein Hormonstatus im Blut dient der Feststellung von bisher unerkannter Hormon- oder Stoffwechselerkrankungen der Frau.
  • Abstriche aus dem hinteren Scheidengewölbe sowie aus dem Gebärmutterhals sollten zur Diagnose möglicher Infektionen angefertigt werden.
  • Bestimmung verschiedener Antikörper sind zudem notwendig zur Feststellung kürzlich abgelaufener fruchtschädigender Infektionen.
    Die Ergebnisse sind danach jedoch oft unergiebig. Manche Ärzte raten deshalb von den teilweise belastenden Untersuchungsprozeduren ab. Ein guter Kompromiss ist, zunächst eine dritte Schwangerschaft abzuwarten.

Welche Therapie Möglichkeiten gibt es?

Die Behandlung von habituellen Aborten richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.
Bei Verdacht auf hormonelle Ungleichgewichte als Auslöser der Fehlgeburten verordnet der Arzt in der Regel zunächst Hormonpräparate. Auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes sind bei adäquater Behandlung in der Regel kein Hindernis für eine erneute Schwangerschaft. Anatomische Fehlbildungen der Gebärmutter können entweder direkt während einer Gebärmutterspiegelung oder nachfolgend bei einer Bauchspiegelung diagnostiziert und wenn möglich gleich korrigiert werden.

Im Falle einer Zervixinsuffiziens besteht die Möglichkeit einer so genannten Cerclage, bei der der Muttermund vorübergehend verschlossen wird. Bei zwei oder mehr Aborten sollte in jedem Fall eine genetische Beratung und unter Umständen auch eine genetische Untersuchung beider Partner veranlasst werden. Je nach Befund wird der Genetiker das Risiko eines erneuten Abortes abschätzen können. Auch das Schwangerschaftsgewebe sollte bei einem weiteren Abort nach Möglichkeit untersucht werden. Bei erhöhtem genetischen Risiko für eine erneute Schwangerschaft sollte auch die Durchführung einer Fruchtwasseruntersuchung in Erwägung gezogen werden.

Da diese auch mit einem Abortrisiko behaftet ist, fällt dieser Entschluss nicht immer leicht und muss in Abhängigkeit von den vorliegenden genetischen Befunden mit den behandelnden Ärzten ausführlich besprochen werden. Bei den Translokationen kommt es darauf an, welche Gene und Chromosomen beteiligt sind. Bei einigen ungünstigen Konstellationen muss man von weiteren Schwangerschaften möglicherweise sogar abraten oder, wenn der Mann betroffen ist, zu einer Behandlung mit Spendersamen raten. Wenn die Frau betroffen ist, dann ist theoretisch die Möglichkeit zu einer Eizellspende gegeben. Diese ist in Deutschland jedoch verboten.

In jedem Fall sollte bei wiederholten Fehlgeburten auch eine gute und ausreichende psychologische Betreuung der Eltern nicht außer Acht gelassen werden.


Wie sieht die Prognose aus?

Frauen, die bereits eine oder mehrere Fehlgeburten (Abort) hatten, haben ein erhöhtes Risiko für weitere Fehlgeburten.Die Möglichkeit erneut schwanger zu werden, ist generell jedoch nicht beeinträchtigt. Der Erfolg weiterer Schwangerschaften hängt zudem in hohem Maße von den Ursachen für die Frühgeburt ab. Können diese erkannt und beseitigt werden, steht einer erfolgreichen Schwangerschaft nichts im Wege. Es wird jedoch empfohlen, frühestens drei Monate nach der Fehlgeburt erneut schwanger zu werden.

« Wiederholte Fehlgeburt

Letzte Aktualisierung am 06.08.2009.

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