Medikamente in der Schwangerschaft - Schädigende Medikamente

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Welche Medikamente sollten in jedem Fall vermieden werden?

Viele sonst bewährte Medikamente dürfen in der Schwangerschaft und der Stillzeit von werdenden Müttern nicht eingenommen werden. Dazu zählen

  • Benzodiazepine: Diese Tranquilizer (Beruhigungs- und Schlafmittel) führen durch Muskelschwäche zu einer allgemeinen Kraftlosigkeit des Kindes (Floppy-Infant-Syndrom).

  • Paracetamol ist vor allem im ersten Drittel der Schwangerschaft kontraindiziert, da es schwere Leberschädigungen beim Ungeborenen hervorrufen kann.

  • Tetrazykline sind Antibiotika, die eine Gelbfärbung der Zähne verursachen können, wenn sie nach der 15. Schwangerschaftswoche eingenommen werden.

  • Aminoglykoside wie Gentamicin sind Antibiotika, die zur Taubheit des Kindes führen können.

  • Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) ist im letzten Drittel der Schwangerschaft gefährlich, da es zu einem vorzeitigen Verschluss des kindlichen Blutkreislaufs (Ductus arteriosus botalli) kommen kann, der dann oft tödlich für das Kind verläuft.

  • Blutdrucksenkende Medikamente, vor allem die vom Typ der ACE-Hemmer führen zu Hirn- und Nierenschäden des ungeborenen Kindes.

  • Bei anderen gängigen Substanzen, wie Ibuprofen oder auch den Triptanen, wie Formigran, liegen keine ausreichenden Erkenntnisse vor, so dass von einer Einnahme in der Schwangerschaft ebenfalls abgeraten werden muss.

  • Carbamazepin ist ein Medikament gegen Epilepsie, das bei dem ungeborenen Kind zu einem offenen Rückenmarkskanal (Spina bifida) und Fehlbildungen der Finger und Zehen führen kann.

  • Gerinnungshemmende Medikamente („Blutverdünner") vom Typ des Marcumar führen zu einer geistigen Retardierung und Knochenverbiegungen.

  • Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen als Begleittherapie bei Migräne können in der Schwangerschaft nach einer Abwägung von Nutzen und Risiko begrenzt eingenommen werden. Betroffene sollten jedoch in jedem Fall Rücksprache mit ihrem Frauenarzt halten.

  • Mittel, die nicht unbedingt notwendig sind, wie beispielsweise Arzneimittel gegen Husten oder fieberfreie Erkältungen, sollten gemieden werden. Auch bei Schmerzmitteln ist Zurückhaltung angesagt, hier stehen nur wenige unbedenkliche Substanzen zur Verfügung. Außerdem sollte die Dosis so niedrig wie möglich gewählt werden, sodass sie gerade noch wirksam sind. Wann immer möglich, sollte die werdende Mutter versuchen, Behandlungsalternativen ohne Medikamente einzusetzen.

Man muss zudem davon ausgehen, dass bei stillenden Müttern schmerzstillende Substanzen in die Muttermilch übergehen können. Da jedoch nicht bekannt ist, in welchem Ausmaß dies erfolgt, verbietet sich die klassische Schmerztherapie also auch in der Stillzeit.

Letzte Aktualisierung am 29.07.2015.
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